Geiseldrama in Gladbeck? Da war doch was. So ein paar Bilder kamen mir bei diesem Stichwort hoch, aber so richtig dann doch nicht. Das hat sich durch die Lektüre dieses Buches ganz schlagartig geändert. Da waren sie wieder, die Bilder des Sommers 1988. Wilde Verfolgungsjagd auf der Autobahn, Schießereien und eine Meute von Journalisten, die immer mit dabei waren.
Peter Henning bringt all das durch seinen Roman "Ein deutscher Sommer" ganz eindringlich wieder hervor.
1988 überfallen Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner die Deutsche Bank Filiale in Gladbeck. Sie flüchten mit mehreren Geiseln 54 Stunden durch Deutschland und die Niederlande. Dabei immer verfolgt von einer Schar von Journalisten und der Polizei. Nach zwei Tagen erfolgt die Festnahme.
Soweit die Handlung.
Aber es geht hier um viel mehr. Beschrieben werden Personen, die in diese Handlung mit hineingezogen werden. Der Fotograf, der Journalist, der Busfahrer, die Taxifahrerin, sie alle kommen zu Wort. Und es wird deutlich, wie diese Stunden ihr Leben verändert haben.
Vieles bleibt mir weiterhin unverständlich. Wie konnte es passieren, dass die Journalisten so dicht dran waren, warum hat die Polizei nicht früher eingegriffen? Vielleicht sind wir eben einfach sensationsgeil, so sicher bin ich mir da nicht.
Egal, ich war, besser gesagt bin, tief beeindruckt.

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